Mohammad Ali Jinnah

Biographie von Mohammad Ali Jinnah

Jinnah, Mohammed Ali (1876-1948), Gründer Pakistans und der erste Generalgouverneur des Landes (1947-1948). Einer der bedeutendste muslimischen moderaten Politiker des 20.Jahrhundert auf dem indischen Subkontinent. Seine hervorragende politische Leistung war die Gründung eines unabhängigen Staates für die Moslems auf dem indischen Subkontinent. Die verfassungsgebende Versammlung Constituent Assemly Pakistans verlieh Jinnah den Titel Qaid-e-Azam (Großer Führer).

Jinnah wurde am 25.Dezember 1876 in Karachi geboren. Im Alter von 16 Jahren ging er nach England zum Jurastudium, welches in zwei Jahre abschloß und  kehrte im Jahre 1896 in die Heimat zurück. Er ließ sich zuerst in Karatschi und später in Bombay als Anwalt nieder. Zum Beginn seinerKarriere lief seine Rechtsanwaltskanzlei nicht nach seinen Erwartung, also arbeitete vorübergehend als Richter (Presidency Magistrate). Bald danach arbeitete er erneut als Rechtsanwalt und wurde er sehr schnell als einer der führenden und brillianten Rechtsanwälte Indiens im ganzen Lande berühmt und wurde auch politisch aktiv.

Bereits im Jahre 1909 wurde Jinnah zum ersten Mal in die inzwischen von den Briten zugelassene Volksvertretung, den Imperial Legislative Council, gewählt. Als Protest gegen den Rowlatt Act legte er 1918 sein Mandat im Imperial Legislative Council nieder. Zum Beginn seiner politischen Aktivitäten war Jinnah zunächst wirkte er als Mitglied des Indian National Congress. 1910 / 1911 wurde er von der All India Moslem League gebeten auf ihre Jahresversammlung eine Rede zu halten. Später erwarb er auch die Mitgliedschaft der All India Moslem League und spielte darin eine entscheidende Rolle. 1913 wurde er zum Präsidenten der Moslem-Liga gewählt. Da er gleichzeitig Mitglied sowohl der Indischen National Kongresspartei als auch er Moslem-Liga war, setzte er sich sehr für einen Ausgleich zwischen den Hindus und Moslem ein. In Anbetracht seiner vermittelnden Rolle zwischen den Hindus und Moslems wurde er als „Botschafter der Hindu- Moslemischen Einheit” in beiden Parteien hoch geachtet. Auf Jinnahs Vorschlag hin wurde von der Moslem-Liga ein Ausschuss zur Ausarbeitung politischer Reformen ernannt, welcher dann im November 1916 mit dem Ausschuss der Kongresspartei in Kalkutta zusammentraf, um einen gemeinsamen Vorschlag zu politischen Reformen zu entwickeln. Als Ergebnis dieser Verhandlungen wurde zwischen den beiden Parteien der so genannte „Lucknow Pact“ vor ein gemeinsames Vorgehen der Moslem-Liga und Kongresspartei geschlossen.

1920 überwarf sich Jinnah mit der Kongresspartei u.a. wegen Mohandas Gandhis Politik des zivilen Ungehorsams gegenüber den Briten. Stets bemüht, die hindu-muslimischen Differenzen zu schlichten, formulierte Jinnah 1929 einen 14 Punkte umfassenden Kompromissvorschlag und nahm zwischen 1930 und 1932 an drei Konferenzen am runden Tisch (Round Table Conferences) in London teil. Aus Enttäuschung über seine vergeblichen Vorstöße bei den Konferenzen blieb er als Rechtsanwalt in London und kehrte erst 1934 nach Indien zurück, als er erneut zum Präsidenten der Muslimliga gewählt wurde, welches Amt er bis zur Gründung und danach bis zum seinen Tod am 11. September 1948 Inne hatte.

Nach den Wahlen von 1937 – welche nach dem in Kraft treten der Verfassung von 1935 (des „Government of India Act vom 1935) abgehalten wurden, wurden von der Kongresspartei die Vereinbarungen des „Lucknow Pacts“ nicht mehr eingehalten. Die Kongresspartei lehnte die Bildung einer Koalition  mit der Moslem-Liga ab. Bei denWahlen von 1937 gewann nämlich der Indische Nationalkongress unter Gandhi und Jawaharlal Nehru in sieben von elf Provinzen eine Mehrheit und weigerte sich, Koalitionsregierungen mit der Muslimliga einzugehen, wie entsprechen der Vereinbarungen des „Lucknow Pacts „ Jinnah vorgeschlagen hatte. Damit war der Bruch zwischen Hindus und Muslimen besiegelt, was wesentlich Grund des späteren politischen Zerwürfniss zwischen der Moslem-Liga und Kongresspartei war, und schließlich Zur Teilung Indiens in zwei unabhängigen Staaten Indien und Pakistan führte.

Am 23. März 1940 verabschiedete die Muslimliga in ihrer Jahresversammlung  die später als Pakistan- Resolution bekannt gewordene Entschließung, in der sie einen separaten Staat für die indischen Mosleme forderte.

1946 akzeptierte Jinnah den Vorschlag der Briten, „ Cabinet Mission Plan „, wonach den Moslems größere regionale Autonomie in innerhalb eines ungeteilten Indien vorgesehen war, dieser Plan scheiterte jedoch, weil die Kongresspartei unter Führung von Jawahar Lal Nehru, ihre Zustimmung zu dem „Cabinet Mission Plan“ zurückzogen und nicht bereit war den Moslems in Indien die Rechte einzuräumen, welche der Cabinet Mission Plan garantiert hatte. Darauf hin brachen bürgerkriegsähnlichen Unruhen aus, und die Briten sahen sich gezwungen, schließlich einer Teilung Indiens sowie der Gründung eines separaten und unabhängigen Staats, Pakistan, für die Moslems auf dem Indischen Subkontinent zuzustimmen. Nach den zähen Verhandlungen mit den Briten u.a in Simla (Simla Conference), wurde ein Plan zur Teilung Indien verabredet und dieser Plan wurde durch die Verabschiedung von „Indian Independence Act “ verwirklicht. Der Staat Pakistan wurde am 14.August 1947 ausgerungen und Mohammed Ali Jinnah wurde als erstem Generalgouverneur von Pakistan ernannt. Als bald nach den Gründung Pakistans verstarb Jinnah bereits am 11.September 1948 in Karachi.