Geschichte

Geschichtlicher Überblick Pakistans

Beim Bau der Indus-Eisenbahn wurden 1922 die Überreste einer der ältesten Kulturen der Menschheit entdeckt, der Indus Kulturen. Ausgegraben wurden die Städte Harappa und Mohenjo Daro, deren Blütezeit von etwa 2.500 v. Chr. bis 1.500 v. Chr. war. Die Anlage der Städte wies auf durchdachte Planungen hin: Mehrstöckige Häuser ausgebrannten Ziegeln,Haupt- und Nebenstraßen, Kanal- und Abwässersysteme, Bäder, ja sogar offensichtlich eine funktionierende Müllabfuhr und Straßenreinigung ! Die Bevölkerung - etwa 40.000 Menschen wohnten im alten Mohenjo Daro - lebte vom Anbau von Weizen, Gerste, Baumwolle und Datteln. Mit diesen Produkten wurde auch ein reger Handelgetrieben. Es exisierte eine eigene Schrift. Klimaveränderungen, Überschwemmungen des Indus, aber auch die Invasion der Arier aus dem Norden haben wohl zum Untergang der Indus-Kulturen beigetragen. Das alte Reich Gandhara, dessen Hauptstadt sich in der Nähe des heutigen Peshawar befand, lag an den großen Handelswegen vom indischen Subkontinent nach Vorderasien und China. Viele Eroberer zogen durch dieses blühende Land. Die Griechen lernten hier den Buddhismus kennen und brachten ihre eigene Kunst in die Darstellung des Buddha ein. Die Ergebnisse können wir heute in den Museen von Taxila, Peshawar, Lahore und Karachials Gandhara Kunst bewundern. Seine Blüte erreichte Gandhara um 320 v. Chr. Der Herrscher Ashoka übernahm im 3. Jahrh. v. Chr. den Buddhismus, die Lehre von der Überwindung des Leidens, als Staatsreligion, Buddhistische Klöster und Universitäten wurden gegründet und Gandhara wurde zum heiligen Land des Buddhismus. Ruinen in Swat und Taxila künden heute noch von dieser Glanzzeit.

Im 8. Jahrh. n. Chr. drangen arabische Heere bis ins Industal vor und brachten Kunde von der Religion des Islam. Die Mamelucken waren im 13. Jahrh. die erste islamische Dynastie im indischen Subkontinent. Die Mogulzeit (16. bis 19. Jahrh.) war dann die besondere Blütezeit islamischer Herrschaft und Kultur.

Schon der erste Mogulherrscher Babur regierte Anfang des 16. Jahrh. über ein riesiges Reich, das von Afghanistan über den Punjab bis nach Bengalen reichte. Seine Nachfolger Humayun und Akbar festigten die Herrschaft. Akbar machte Lahore zur Hauptstadt und Jahangir baute später das Fort von Lahore aus. Unter Schah Jahan erreichte das Mogulreich im 17. Jahrh. eine besondere Blüte. Seine Architekten schufen großartige Bauwerke in unverwechselbaren Mogulstil wie dem Taj Mahal in Agra, die marmornen Audienzhallen im Fort von Lahore und die Mogulgärten mit ihren Kanälen, Pavillons und Wasserspielen wie die Shalimar Gärten in Lahore. Sein Nachfolger Aurangzeb gilt als der letzte Großmogul. Er ließ 1674 die Bad- shahi- Moschee in Lahore erbauen, eine harmonische Einheit aus Sandstein und weißem Marmor. Die Ostindische Kompanie, eine britische Handelsgesellschaft, beherrschte zuerst im 18. Jahrh. das wirtschaftliche Geschehen, später war es auch die führende politische Macht im indischen Subkontinent. Die britische Herrschaft sollte bis 1947 dauern. Zwei neue, unabhängige Staaten entstanden: der islamische Staat Pakistan und der säkulare, zumeist von Hindus bewohnte Staat Indien. 1971 trennte sich Ostpakistan vom westlichen Teil und gab sich den neuen Namen Bangladesh. Der Name Pakistan gilt seitdem nur für den ehemaligen westlichen Teil des Landes.